Das Zitronen-Lied

dreamstime_com-robert-florianIn den Weihnachtsferien habe ich zusammen mit meinem Sohn Lucas in einer albernen Stimmung – aber auch einem höchst kreativen Moment – den folgenden neuen Text zum Song “Keine Maschine” von Tim Bendzko geschrieben. Das hoffentlich zum Schmunzeln anregende Ergebnis (mit Gitarrengriffen) soll ein Plädoyer dafür sein, (auch mal) sauer sein zu dürfen…


Abb.: Robert Florian, dreamstime.com

Keine Apfelsine

Em                          D              C – D
Einfach so rumliegen ist keine Option

Em                                                      D                                   C
ich will gegessen werden, doch ich bin sauer, das weiß ich schon

C                                                           D                                            Em – G
ich will hier nicht einfach vergammeln, man muss mich wenigstens probier’n

C
ich bräuchte etwas mehr Süße

D                                         Em
doch das wird nicht funktionier’n

Refrain:

Em
Ich bin keine Apfelsine

D                                     C
ich bin gelb und nicht orange

Em                        D                                 C
und ich bin saftig, wenn man mich zermanscht

G                                               D
Ich bin eine Frucht mit viel Vitaminen (2. Strophe: …mit ziemlich viel Säure)

Em                      C
mit Kernen oder nicht

G
wer meinen Saft trinkt

D                                     C
verzieht glücklich das Gesicht

(Gitarrengriffe wie oben)

Man kann doch so viel schöne Dinge aus mir machen
süß-saure Soßen, Cocktails und viele andere Sachen
ich lieg hier rum und kann mich nicht bewegen
setz’ langsam Schimmel an, beginn’ mich vor mir selbst zu ekeln

(Refrain s. oben)

…verzieht glücklich das G e s i c h t
‘was Bess’res gibt es n i c h t
du fühlst dich total erfrischt
du fühlst dich total erfrischt

(Schluss: Em – D- C – G)

Licht in der Dunkelheit

Heute möchte ich etwas tun, das ich in meinem Blog noch nie gemacht habe. Ich möchte einen Text einer anderen Person veröffentlichen, einen Text, dessen Vortrag am vergangenen Sonntag während der Friedenslichtfeier in der Kirche in Trennfurt (bei Klingenberg) mich sehr bewegt hat.

Wie seltsam alles ist im Dunkeln, Alles sieht anders aus. Alles fühlt sich anders an. – Vielleicht kann ich zur Ruhe kommen und kann mich entspannen und kann meinen Gedanken folgen. Gibt es Dunkles in mir?

Vielleicht werde ich unruhig, weil Dunkles in meinem Inneren auftaucht. Düstere Vorstellungen, Ängste, dunkle Schatten, die sich breit machen oder wiederkehrende düstere Grübeleien erschrecken mich.

Manchmal gibt es die Dunkelheit mitten am Tag, mitten am hellen Tag in meinem Innern.

  • wenn ich Angst habe und kein Wort herausbringe.
  • wenn mein Kopf leer ist und mein Herz rast, weil ich nicht weiß wie es weitergehen kann.
  • wenn ich unsicher bin, rot werde oder einen Blick nicht erwidern kann
  • wenn ich vor Wut oder Enttäuschung kaum Luft kriege

Wie unendlich lang und bedrückend kann diese Zeit sein.

Dunkelheit nimmt mir den Blick, für das was ich kann.

Sie nimmt mir den Blick für den, der mich liebt.

Sie nimmt mir den Blick für all das Gute, das mir geschenkt wurde.

Sie nimmt mir den Blick, für die vielen glücklichen Momente in meinem Leben.

Dann wünsche ich mir wieder klar zu sehen und mein Leben zu begreifen. Ich sehne mich nach einem kleinen Lichtblick in meinem Leben. Ich sehne mich nach strahlenden Momenten im Leben. Ich sehne mich nach Frieden, nach innerer Ruhe.

sein-deQuelle: http://www.sein.de

Die Dunkelheit steht für das Dunkle in unserer Zeit: Es gibt sie – die zu nehmenden, verlassenen Männer, Frauen und Kinder, die vereinsamten, alten Menschen, um die sich schon am Tag die Nacht ausbreitet.

Und auch das gibt es: Unzufriedenheit, Unstimmigkeiten, mangelnde Versöhnungsbereitschaft, schwelende Konflikte und zunehmende Lieblosigkeit in allen Bereichen des Lebens in Familie, Berufsleben, Verein und Gemeinde. Leben wir in dunklen Zeiten?

Kann es sein, dass die Dunkelheit in der Welt zunimmt? Kann es sein, dass immer mehr Mauern gebaut werden? Mauern der Bosheit und des Hasses, Mauern der Kälte und der Rücksichtslosigkeit, Mauern der Gefühlslosigkeit und Gleichgültigkeit. Kann es sein, dass immer mehr Wege zueinander, schwieriger, gefährlicher oder sogar unmöglich werden?

Wir erleben in diesem Jahr eine große Unruhe, einen Umbruch, der von vielen Ängsten begleitet ist. In die gesellschaftliche Debatte hat sich ein hoher Ton der Erregung gemischt. Sprachliche Grenzen des Anstands werden überschritten.

Einige setzen gar auf Gewalt oder nehmen sie zumindest billigend in Kauf.

Krieg und Hunger kommen bis an die Tore Europas: Während die einen nach wie vor an die Vernunft und Menschlichkeit appellieren, hat für die anderen ihre eigene Sicherheit längst ein derartiges Gewicht gewonnen, dass andere Menschen und deren Schicksal aus dem Blick geraten. Aus all den knurrenden können jederzeit beißende Hunde werden.

prayer - candle in handsQuelle: http://www.singerkreis.de
Ich will es versuchen
die Herausforderung jeden Tag neu – anzunehmen
Ruhe zu bewahren – trotz provozierender Reden
Gelassen zu reagieren – trotz aggressiver Umgangssprache
Hoffnungsvoll zu bleiben trotz bitterer und tragischer Umstände
Wach zu sein – trotz gelangweilter Ausdrucksart
Ich weiß es ist harte Arbeit, die Hoffnung wach zu halten
Und in Liebe erneut aufeinander zuzugehen
Es ist harte Arbeit, den ersten Schritt zum Frieden zu wagen
und das Vertrauen in die anderen wach zu halten.
Es ist harte Arbeit – es ist manchmal wie ein riesiger Berg.
Doch der Hoffnung, der Liebe, der Sehnsucht nach Frieden
will ich in meinem Leben Raum geben

Möge der Frieden in uns Raum finden, jetzt in den Tagen vor Weihnachten und dem neuen Jahr. Möge er uns am Morgen und am Abend ein Lächeln auf unser müdes Gesicht zaubern. Mögen tröstende und zuversichtliche Gedanken in uns von innen her leise wachsen. Möge unser Herz sich breit machen zu einem Haus des Friedens.

(Gabriele Spahn-Sauer)

Geh (auf)recht durchs Leben!

badische-zeitung-deInsbesondere in dieser Zeit, so kurz vor Weihnachten, wenn wir in Spendenaufrufen – und in den Nachrichten sowieso – mit der Armut und dem Leid auf dieser Welt konfrontiert werden, stellen wir fest, wie ungerecht das Leben ist. Die einen haben viel, häufen sogar meist immer mehr an, und die anderen haben wenig. Ich möchte hier nicht wieder mit dem Thema anfangen, welche der beiden Seiten glücklicher ist. Das kann man sicher nicht pauschalisieren.
(Bildquelle: badische-zeitung.de)

Mir geht es um die Frage nach dem Begriff der Gerechtigkeit an sich. Was ist „gerecht“ oder was empfinden wir als „gerecht“? Nach Gerichtsverhandlungen hört man manchmal den Satz: „Der Angeklagte hat seine gerechte Strafe bekommen“. Stimmt das? Ist die Rechtsprechung so objektiv wie sie es vorzugeben scheint? Ich selbst habe immer wieder erlebt, dass es zwei ganz unterschiedliche Paar Schuhe sind, Recht zu haben oder Recht zu bekommen. Ein Anwalt sagte einst „Vor Gericht befindet man sich auf hoher See.“

Nun befinden wir uns ja üblicherweise mitten im Leben und nicht in einem Gerichtssaal. Allgemein könnte man sagen: Die Menschen werden niemals gleich viel besitzen und gleich viel zu essen haben. Das kann also per se schon mal nicht gerecht sein. Doch wir können nicht einfordern, was es nicht geben kann. Alle Menschen sind unterschiedlich. Wir können also nicht alles gleich gerecht machen. Trotzdem habe ich einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Ich möchte nicht wahrhaben, dass sich die einen – meist auf Kosten der anderen – ständig nur bereichern. Das ist weder gut im gesellschaftlichen noch im privaten Kontext. Doch was kann man dagegen tun? Wie können wir die kleine Welt um uns herum ein wenig gerechter machen? Sicherlich wird auch das eher subjektiv sein, aber es ist zumindest ein Anfang.

Zunächst müssten wir bei uns selbst anfangen und aufhören, immer alles als sooo ungerecht zu empfinden. Im Leben gleicht sich alles irgendwann aus. Manchmal gewinnt man und manchmal verliert man eben. Mit der entspannenden Wirkung dieses Wissens werden wir Situationen in Beruf und Privatleben leichter ertragen. Mir gelingt es auch nicht jedes Mal, gelassen zu bleiben und kleine oder größere Niederlagen einfach wegzustecken, aber ich arbeite daran, dass es besser wird.
Gestern beispielsweise war ich in Gedanken. Gar nicht gut, wenn man gerade Auto fährt. Ich empfand es als sehr ungerecht, beruflich noch immer nicht da zu stehen, wo ich gern sein wollte und nahezu jedem Euro quasi hinterherrennen zu müssen, während andere bei ähnlicher Leistung viel mehr Geld verdienten. Auch einige private Dinge gingen mir durch den Kopf. Zudem kam ich gerade vom Steuerberater und es galt, möglichst schnell fehlende Unterlagen beizubringen, um die Kosten steuerlich geltend machen zu können. An einer Kreuzung übersah ich ein von links kommendes Auto, dessen Fahrer geistesgegenwärtig reagierte und mir reflexartig auswich, als ich schon im Begriff war, ihm in die Quere zu fahren. Im letzten Moment konnte ich bremsen und war selbst total erschrocken. Mir wurde klar, dass ein Unfall für mich sehr teuer geworden wäre, denn ich hatte dem anderen die Vorfahrt genommen. Die Kosten und der ganze Ärger waren mir in diesem Moment erspart geblieben. Nachdem der erste Frust über mich selbst und meine Unachtsamkeit verflogen war, konnte ich mich sogar über diese glückliche Fügung freuen.

philoskop-orgQuelle:www.philoskop.org

Jeder von uns sollte besondere Momente – auch wenn es nur die kleinen Dinge im Leben sind – wieder mehr zu schätzen wissen und sich nicht selbst ständig in den Vordergrund schieben. Das wird auch das Zusammenleben mit anderen schöner und vielleicht sogar etwas gerechter machen. Geh (auf)recht durchs Leben…

ZuRückZug

Ich hab mich verlor’n
war enttäuscht und zutiefst verletzt
war außer mir vor Zorn
und mein Herz hat kurzzeitig ausgesetzt

Das Leben lässt sich nicht planen
es verläuft nicht immer in geraden Bahnen
an Schlangenlinien-Schienen lauern Gefahren
im Weg liegen Steine, wo eben noch Gleise waren

Ich wusste nicht, wohin soll ich geh’n
die Welt war auf den Kopf gestellt
hörte kurz auf sich zu dreh’n
es ist ein Scheiß-Gefühl, wenn man fällt

Doch irgendwo am Rand
ich hab’s zuerst nicht erkannt
war da plötzlich deine Hand
die mich zurückzog an Land

Mit dir fand ich wieder zu mir
machte die ersten zaghaften Schritte
aus dem “allein sein” zum “wir”
nahm ich den Zug zurück in die Mitte

designreisen-deFoto: designreisen.de

Sinnbildliche Vergleiche…

Ein Mensch ohne Liebe
ist wie eine Honigwabe ohne Biene

Ein Leben ohne Humor
ist wie eine Mauer ohne Tor

traum-ferienwohnungen-deFoto: traum-ferienwohnungen.de

Ein Kind ohne Lachen
ist wie der Wind ohne Drachen

Ein Körper ohne Sonne im Herzen
ist wie ein Weihnachtsfest ohne Kerzen

adventskranz-livera-bplaced-netFoto: livera.bplaced.net

Ein Textmaler ohne Worte
ist wie ein Geburtstag ohne Torte

Ein Handeln ohne Gefühle
ist wie ein Tisch ohne Stühle

moebel-eins-deFoto: moebel-eins.de

Ohne Worte…

Es gibt Momente, in denen wir keine Worte haben. Dann sind wir im wahrsten Sinne des Wortes SPRACHLOS. Und das betrifft nicht nur unser Sprechen, sondern auch die Körpersprache. Wir verfallen in eine regelrechte Starre. Der Mund steht offen vor lauter Verwunderung und Entsetzen. Manchmal müssen wir sogar die Hand davor halten. Instinktiv, ohne darüber nachzudenken. Der Grund kann ein Unfall sein, den wir beobachten oder ein unerwartetes Ereignis, in das wir geraten. Oder uns widerfährt Unrecht. Wenn wir mitfühlend sind, dann kann auch das Schicksal anderer Menschen eine solche Reaktion in uns hervorrufen. Auf der anderen Seite können es auch unglaublich schöne Erlebnisse sein, die uns die Sprache verschlagen.

Ich denke in diesen Tagen häufig an meine Kinder, die schwierige Zeiten durchmachen müssen. Doch ich werde davon hier nicht ausführlich schreiben. Ich möchte einfach nur eine Erklärung dafür geben, warum mir – dem Textmaler – in den letzten Wochen die Worte ausgegangen zu sein scheinen. Herbert Grönemeyer hat in seinem Lied „Flugzeuge im Bauch“ einst geschrieben: „Ich fühl mich leer und verbraucht, alles tut weh…“ und ähnlich geht es mir momentan. Es ist eine besondere Form des Liebeskummers, nicht die Trauer um eine verflossene Liebschaft. Die engste Bindung hat man doch zu seinen Kindern, ein Leben lang. Ein Papa ohne seine Kinder ist wie ein Fundstück ohne Finder.

hilfe-im-netz-jpgFoto:www.hilfe-im-netz.com

Wenn ich hexen könnte…

 

Manchmal laufen die Dinge im Leben anders als wir es uns gewünscht oder irgendwann mal erträumt haben. Nicht umsonst gibt es den Spruch: „Wie bringst du Gott zum Lachen? Indem du Zukunftspläne schmiedest.“ Es ist klar, dass nicht alles so laufen kann, wie wir es uns irgendwann einmal ausgedacht haben. Dabei ist der Zeitraum, in dem das geschieht, gar nicht entscheidend. Wir müssen ständig umdisponieren, Zeiten und Termine verschieben, wenn etwas dazwischen kommt… und es kann auch passieren, dass wir unser ganzes Leben, das völlig auf dem Kopf steht, eines Tages neu ordnen müssen. Das passiert jedoch nicht von heute auf morgen.

kleine-hexe-rosenberg-festspiele-kronachZeichnung: Die kleine Hexe, Rosenberg-Festspiele, Kronach

Kurz nach dem Aufwachen kam heute Morgen mein kleines Töchterchen zum Kuscheln zu mir ins Bett und es dauerte nicht lange, da sagte sie: „Papa, wenn ich eine Hexe wäre, würde ich alles wieder gut hexen.“ Dieser Satz hat mich tief bewegt und er geht mir schon den ganzen Tag im Kopf herum. Ja, es wäre so schön, wenn wir Dinge, die schlecht laufen, einfach gut hexen könnten. Kinder machen das. Sie sagen heute „Du bist nicht mehr mein Freund!“ und am nächsten Tag, manches Mal sogar schon nach wenigen Stunden, sind sie wieder die dicksten Freundinnen oder Kumpels. Erwachsene ertragen das nicht. Sie können Wechselhaftigkeit meist nicht ausstehen und bleiben in der Regel verfeindet, wenn sie sich das mal vorgenommen haben. Ein Satz wie „Es tut mir leid, dass ich das gesagt und dir damit weh getan habe“ ist selten und reicht häufig auch nicht mehr aus. Die Fronten sind verhärtet. Es gibt kein Zurück, keine Versöhnung.

Leider sind wir eben keine Hexen und Zauberer. Wir sind einfach nur Menschen, die hin und wieder Fehler machen und die ein Bollwerk an Vorwürfen um sich herum aufbauen, um anderen die Schuld an ihrer Misere geben zu können. Die Innensicht oder auch die Vorstellung, wie man sich in der Haut des anderen fühlen würde, gehen dabei verloren.

Wenn ich hexen könnte, meine Kleine, ich würde alles wieder gut hexen. Versprochen!